
Christen in den Palästinensischen Gebieten führen ein Leben zwischen den Fronten. Einerseits erfahren sie wie viele Palästinenser Einschränkungen und Repressalien durch die israelische Besatzungsmacht. Andererseits sehen sie sich aber auch den Anfeindungen von radikalen Islamisten ausgesetzt. Viele palästinensische Christen verlassen die Heimat, um ihren Glauben in Freiheit und Frieden zu leben. Wer es sich leisten kann, wandert aus. Besonders in Südamerika leben heute tausende Nachkommen palästinensischer Christen. Mittlerweile liegt der Anteil von Christen in den Autonomiegebieten bei unter zwei Prozent, Tendenz fallend. Viele Einwohner fürchten, dass es in der Heimat des Christentums in wenigen Jahren kaum noch Christen geben wird.
Doch in der Rolle der Christen als Minderheit liegt auch eine Chance: Christliche Institutionen und Begegnungsstätten wie das »Bei Al Liqa« vermitteln besonders auf lokaler Ebene und engagieren sich für einen interreligiösen Dialog in der Bevölkerung. Gleichzeitig fördern sie die Einheit der christlichen Gemeinden und verschaffen ihnen eine Stimme in der lautstarken Auseinandersetzung um Recht und Gerechtigkeit in der Region. Das »Beit Al Liqa« setzt der Kultur der Macht die Macht der Kultur entgegen, um die ewige Spirale der Gewalt zu durchbrechen und neue Wege des gemeinsamen Friedens zu finden. Der Weg zur Versöhnung ist lang und steinig – bevor Brücken zwischen Israelis und Palästinensern gebaut werden können, müssen erst viele Mauern eingerissen werden.
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