Palästina
Die Region Palästina liegt im Nahen Osten und bezeichnet historisch ungefähr die Gebiete Israel mit Ost-Jerusalem, Golan, Gazastreifen, Westjordanland und Jordanien.
Die so genannten Palästinensischen Autonomiegebiete bilden keinen unabhängigen Staat, sondern werden von Israel seit dem Sechstagekrieg 1967 besetzt. Sie umfassen den gesamten Gazastreifen und 40 % der Fläche des von Israel besetzten Westjordanlandes.
Zahlen und Fakten
Einwohner Westjordanland: 2,5 Mio.
Einwohner Gaza: 1,5 Mio.
Durchschnittsalter: 18,5 Jahre (Deutschland: 43 Jahre)
Einwohner unter 14 Jahre: ca. 45 %
Arbeitslosigkeit: 18-25 % (46 % der Menschen leben unter der Armutsgrenze)
Religionen Westjordanland: Moslems (75 %, hauptsächlich sunnitisch), Juden (17 %), Christen und andere (8 %)
Religionen Gaza: Moslems (98,7 %), Juden (0,6 %), Christen und andere (0,7 %)
Geschichte
Die Palästinensischen Autonomiegebiete befinden sich auf Teilen des früheren Mandatsgebietes Westpalästina, das wie das heutige Jordanien nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs unter britischer Verwaltung stand. Zu den Mandatsbedingungen gehört, dass die Briten die Verwirklichung der Balfour-Deklaration ermöglichen, in der sie 1917 die »Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk« auf dem Gebiet Palästinas versprochen haben.
1947 stimmt die Generalversammlung der Vereinten Nationen für den Teilungsplan, der Westpalästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat teilen soll. Von dem Gebiet der Nationalen Heimstätte für einen jüdischen Staat sollen weitere 40 % abgespalten werden. Mit dem Ziel, tatsächlich einen unabhängigen jüdischen Staat zu gründen und den Überlebenden der Shoa und der jüdischen Diaspora eine Heimat zu schaffen, akzeptiert die diplomatische Vertretung der jüdischen Bevölkerung den Plan. Die Araber lehnen den Plan dagegen ab und hoffen, die Umsetzung des UN-Planes zur Gründung des Staates Israel mit Gewalt verhindern zu können.
1948 kommt es zur formellen Gründung des Staates Israel, der international anerkannt wird. Noch in der Gründungsnacht erklären Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat Israel den Krieg. Es folgt der Israelische Unabhängigkeitskrieg, der von Israel gewonnen wurde.
Nach dem Sechstagekrieg 1967 werden das Westjordanland und der Gazastreifen von israelischen Streitkräften erobert und besetzt gehalten. Zusätzlich wird auch Ost-Jerusalem von Israel erobert und annektiert. In der Folge errichtet Israel in den besetzten Gebieten, vor allem im Westjordanland, über 200 Siedlungen zum Teil an strategisch wichtigen Punkten, in denen heute ca. 400.000 Menschen leben.
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