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Verteilung in Rumänien

Vom 14.-18.12.2009 verteilten Silvia Keim aus Südtirol, Klaus Drack und Gerti Holzer aus Österreich, gemeinsam mit den rumänischen Koordinatoren Laurentiu und Sebastian Mariniuc einen Teil unserer Schuhkartons.
Am Dienstag fuhren wir bis an die moldawische Grenze in die Ortschaft Radautiprut. In diesem Gebiet gab es im Frühjahr 2008 eine große Überschwemmung, bei der 140 Häuser zerstört wurden. Das war  schlimm für die ohnehin sehr arme Bevölkerung. Zum Teil stand das Wasser drei Meter hoch. Mit Hilfe der Regierung konnten auf einem Hügel neue, einfache Häuser gebaut werden.
Wir besuchten den Bürgermeister, und mit ihm gemeinsam fuhren wir zu zwei verschiedenen Kulturhäusern und zu einer Schule. Die Kinder hatten eine Woche zusätzliche Ferien, weil der Staat die Gehälter der Lehrer nicht bezahlen kann. Zur Verteilung kamen sie natürlich gerne.




 

Die Kinder sangen Lieder, danach gab es ein paar Ansprachen, und wir überbrachten Grüße aus Österreich und Südtirol. Voller Spannung fieberten die Kinder der Beschenkung entgegen. Wie jedes Jahr war das auch unser Höhepunkt, denn man kann sich an den strahlenden Augen nie satt sehen. Ein kleines Mädchen war so außer sich vor Freude, dass es uns ein Busserl gab. Auch die Erwachsenen waren sehr gerührt und bedankten sich immer wieder. Außerdem verteilte der Weihnachtsmann an jedes Kind einen Sack mit Lebensmitteln, eine Spende des Bürgermeisters. Vor der Tür öffnete ein Mädchen den Schuhkarton und freute sich offensichtlich sehr am Inhalt. Es passte alles wunderbar zusammen: rosa Haube und rosa Handschuhe. Sie zeigte alles voller Stolz in die Runde. Am Schluss fand sie noch eine Grußkarte mit rumänischen Weihnachtsgrüßen, unterschrieben mit Miriam.





Im Waisenhaus

Nach dem gemeinsamen Essen mit dem Bürgermeister machten wir uns auf den Heimweg in das Waisenhaus, in dem wir für drei Tage untergebracht waren. Als wir dort ankamen, erfuhren wir, dass die Kinder ebenfalls heute beschenkt wurden. Es gab die Veranstaltung „Bring a friend“, bei der jedes Kind einen Freund mitbringen durfte, der dann auch ein Packerl bekam.

Als die Kinder zum Abendessen kamen, nahmen sie alle etwas Besonderes aus dem Schuhkarton mit. Ein Bub aß mit „Spiderman“-Handschuhen, zwei kleine Mädchen hatten auch während dem Essen ihr Plüschtier auf dem Schoß. Die größeren Mädels hatten Schlüsselanhänger und Brieftasche umgehängt.  






 

Voller Stolz zeigte uns ein Mädchen eine Weihnachtsgrußkarte mit ihren „Spendern“. Ein Foto mit der ganzen Familie war darauf abgebildet. Manche Buben hatten neben dem Teller „ihre“ Autos, Traktoren, Bagger etc. geparkt und die Freude darüber konnte man in ihren Augen sehen. Ein Bub blies ständig in die Trompete, die anderen holten Zuckerl und Schlecker aus der Hosentasche. Wir machten natürlich viele Fotos, die sie dann gleich ansehen wollten. Danach wurden wir umarmt.





Verteilung in Schulen und Kindergärten

Am Mittwoch fuhren wir nach Dorohoi zu einer Tagesheimstätte. Dort bekommen Schüler aus sehr armen Familien ein Essen und werden bei den Hausaufgaben betreut. Viele haben zu Hause keine Heizung, keinen brauchbaren Tisch und auch nur ungenügende Beleuchtung um Hausaufgaben zu machen und sind deshalb sehr dankbar für diese Möglichkeit. Am späten Nachmittag gehen sie dann oft einen langen Weg zurück nach Hause.
Gemeinsam mit Betreuern dieser Einrichtung besuchten wir vier Schulen und drei Kindergärten.  Überall wurden wir mit Weihnachtsliedern begrüßt. Nach der Verteilung ging beim Öffnen der Schuhkartons ein Raunen durch die Klassen. Wir hörten ein ausgedehntes „Woooooooow“, und der Inhalt wurde triumphierend hergezeigt. 






Besuch in verschiedenen Mietwohnungen

Den Kindern war es kaum anzusehen, dass sie aus armen Familien kamen. Sie waren durchwegs gut gekleidet. Es wurde uns angeboten, ein paar der Kinder in ihre Häuser zu begleiten. Der Anblick dieser Familien und ihrer Lebenssituation erschütterte uns. Da gab es ein winziges Zimmer, in dem sich alles abspielte und wo acht Kinder und ihre Eltern auch die Nacht verbringen mussten. Der Putz bröckelte von der Wand, die Fenster waren mit Tixo verklebt. Sanitäre Anlagen waren nicht zu sehen. Hier geht man sehr bedrückt wieder weiter, obwohl eine Mutter uns versicherte, sie sei zufrieden.





 

Unser Besuch war ein kleiner Lichtblick. Alle bedankten sich für die Geschenke. Eine Familie hängte die Süßigkeiten aus den Kartons auf den kleinen, künstlichen Christbaum. Eine Mutter erzählte uns, sie hätte die Schuhkartons beiseite getan, weil sie nicht in der Lage seien, ihren Kindern etwas zu kaufen. Die allgemeine Not werden wir sicher nicht so schnell vergessen.






 

Sebastian, der uns als Dolmetscher gute Dienste leistete, stellte uns ein soziales Projekt von „Ecce Homo“, der Organisation, die auch die Verteilung der Schuhkartons organisierte, vor. Wer Interesse hat, kann eine Patenschaft für ein Kind für drei Jahre übernehmen. Man bezahlt monatlich einen Betrag und bekommt Berichte über die Entwicklung des Patenkindes. In diesen drei Jahren wird versucht, den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen und sie in die Selbständigkeit zu entlassen. Nähere Infos dazu finden Sie unter: www.pentrutine-botosani.ro/zi_de.html.

Gerti Holzer



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