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Verteilerreisen: Freude und Hoffnung schenken

Im Dezember 2008 waren Sammelstellenleiter und Mitarbeiter von »Geschenke der Hoffnung e.V.« in Osteuropa unterwegs. Lesen Sie hier, wie sie die Freude und die Hoffnung erlebten, die die Geschenke den Kindern bringen.

 

 

Kroatien
Die Schuhkartons sind Lichtblicke


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Wenn man durch Kroatien reist, meint man, die Zeit wäre stehengeblieben. Viele Häuser sind noch zerstört, überall sieht man Schusslöcher in den Mauern. Minenfelder sind nicht geräumt. Teilweise werden neue Häuser einfach zwischen zwei Minenfeldern gebaut. Derlei Hinterlassenschaften des Krieges waren ein ständiger Begleiter auf unserer Reise zu den verschiedenen Familien. Der erste Punkt unserer Reise führte uns zu einem abgelegenen Dorf namens Zupanja. Die Familie, die wir hier besuchten, lebt von 250 Euro im Monat, von denen 79 Euro für einen Kredit abbezahlt werden müssen. Deshalb unterstützt die lokale Kirchengemeinde die Familie bereits so gut es geht. Trotzdem reicht das Geld nicht für das tägliche Leben und schon gar nicht für Arztbesuche. So saß der 14-jährige Sohn krank und mit Fieber am Tisch, als wir mit unseren Geschenken eintrafen. Die Überraschung, die wir für ihn mitbrachten, war ein Lichtblick für ihn. Als er seinen Schuhkarton öffnete, strahlte er über das ganze Gesicht.

 

Evelyne Reinhardt, Regionalleiterin West

 

 

Ein strahlendes Lächeln für eine Baseballkappe


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Zusammen mit seiner Mutter Tatjana lebt der Elfjährige Aleksander in dem Zimmer eines baufälligen Häuschens. Die Arbeitslosigkeit in der Gegend um Vukovar ist hoch. Die Väter sind überwiegend arbeitslos, so dass eine fünfköpfige Familie häufig mit 200 Euro Sozialhilfe auskommen muss.

Wie groß war die Freude über den Schuhkarton! Aleksander setzte sofort seine neue Baseballkappe auf. Er strahlte vor Freude! Man sah ihm gleich an, er fühlte sich richtig ‚cool'. Diese Freude wird er so schnell nicht vergessen.

 

Evelyne Reinhardt, Regionalleiterin West

Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung


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Am letzten Reisetag kämpften wir uns nach Beli Manasir durch, einem Dorf mit sehr hoher Arbeitslosigkeit. Es hatte sich bereits herumgesprochen, dass wir hierher unterwegs waren. Die Kinder kamen herbei gelaufen, sprangen um unser Auto herum und schauten uns mit erwartungsvollen Augen an.

Wir besuchten auch Silvija P. Die 29-jährige hat vier Kinder und war hochschwanger mit dem fünften. Mit Tränen in den Augen erzählte sie uns, dass ihr Mann auf den Tag genau vor drei Monaten bei einem Autoumfall ums Leben gekommen war. Die einzige finanzielle Unterstützung sind 250 Euro Sozialhilfe im Monat. Wie dankbar war sie, als wir ihre Söhne beschenken konnten. Als Alan (14), Sandor (13), Edi (9) und Antonio (6) ihre Schuhkartons öffneten, konnten sie ihr Glück kaum fassen: ein Fußball und eine Ballpumpe kamen zum Vorschein! Obwohl es gerade regnete, rannten sie sofort nach draußen, um ihr neues Spielzeug einzuweihen.

 

Evelyne Reinhardt, Regionnalleiterin West

Moldawien
Sehnsüchtig erwartet


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Eine Schuhkartonverteilung im Süden Moldawiens, hat uns gezeigt, wie wichtig »Weihnachten im Schuhkarton« für die Kinder ist. An 250 Kinder aus besonders bedürftigen Familien waren spezielle Einladungen verschickt worden. Sie sollten ihre Geschenke im Rahmen eines festlichen Programms erhalten. Beginn war um 15 Uhr in der Schule. In Deutschland wären die Kinder mit ihren Eltern vielleicht gerade einmal pünktlich oder eine Viertelstunde im Voraus erschienen. Deshalb waren wir nicht darauf gefasst, was wir hier erlebten. Als wir etwas zu früh mit unserem Auto voller Überraschungen auf den Schulhof rollten, waren alle Kinder ohne Ausnahme bereits da. Doch das war nicht alles. Wie wir später von der Englischlehrerin der Schule erfuhren, hatte ein Großteil der Kinder seit 9 Uhr am Schultor gestanden, so sehnsüchtig hatten sie uns erwartet. Beim Auspacken weinten einige Kinder vor Freude.

 

Karsten Kranz, Leitungsteam »Geschenke der Hoffnung e.V.«

Freude über jede Kleinigkeit


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Die Verteilaktion in Moldawien war eine tolle Sache. Neben der Verteilung der Schuhpäckchen in Schulen und Kindergärten war besonders der Besuch einzelner Familien mit deren Kindern eindrucksvoll. Am Nachmittag des 16.12.2008 fuhren wir begleitet von Mitgliedern der dortigen Kirchengemeinde nach Comrat und besuchten Familie K. Sowohl der Vater Alexander, als auch die Mutter Andriana waren ohne Arbeit. Sie wohnten in einem kleinen, äußerst karg eingerichteten alten Haus ohne Stromanschluss. Die einzige Lichtquelle war ein Fenster im engen Wohnzimmer. Andriana und Alexander haben vier Kinder: Wasilii (12), Alina (9), Katerina (4) und Alexander (2). Sie besaßen fast nichts außer ihrer Kleidung und doch waren sie augenscheinlich fröhlich und strahlten uns an, als wir sie besuchten. Nach kurzem gegenseitigem Kennenlernen machten wir uns an die Verteilung der Geschenkpäckchen. Es ist kaum zu beschreiben wie groß die Freude der Kinder über jede Kleinigkeit war. Der kleine Alexander wickelte gleich die Schokolade aus und ließ sie sich schmecken. Die anderen Kinder zeigten sich gegenseitig lachend was sie erhalten hatten. Sie fingen sofort an zu spielen. Die Mutter bedankte sich überschwänglich für die vielen Geschenke. Unvergesslich bleiben uns die glücklichen Kinderaugen, die wir hinterließen, als es an den Abschied ging.

 

Andreas Leddin, Sammelstelle Wittstock

 

Polen
Wir können echte Zuneigung schenken


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In Polen habe ich so viele so besondere Eindrücke gewonnen, dass es schwer ist, sie alle unter einen Hut zu bringen. Man kann wirklich sagen, dass die Kinder sich dort schon über die einfachsten Dinge freuen. Ich erinnere mich noch gut an ein Kind, das unglaublich glücklich über einen Luftballon war. Es sind aber nicht nur die materiellen Dinge, die Freude auslösen. Zwar steckt in jedem Schuhkarton schon ein Stück Liebe, aber ich habe gemerkt, dass wir als Verteilerreisende noch mehr geben können. Die Kinder legen sehr großen Wert auf ganz persönliche Zuwendung. Ich setzte zum Beispiel einem Kind die Mütze auf, die in seinem Päckchen gewesen war. Währenddessen blieb es stocksteif stehen, so dass ich mich fragte, ob ihm die Situation unangenehm war. Doch dann sah ich in das fröhliche Gesicht des Kindes und kam zu dem Schluss, dass es diese persönliche Zuwendung und Berührung ganz einfach genossen hatte. Ich habe den Eindruck, die Päckchen sind Türöffner und die reine Freude.

 

Edeltraud Weichhold, Sammelstelle Villingen-Schwenningen

Ein Bild zum Dank


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Von meiner Reise noch sehr in Erinnerung geblieben ist mir ein autistischer Junge, Tomek. In einem Heim für körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche hatten wir Päckchen verteilt. Die meisten Jungen und Mädchen hatten sich ein wenig zurückgezogen, um in Ruhe ihre Geschenke zu begutachten, doch Tomek war sehr aufgeregt. Wir ahnten schon, dass mit seinem Schuhkarton irgendetwas nicht stimmte, verstanden aber nicht sofort, was es war. Der Junge war zehn Jahre alt, hatte aber einen Karton für Fünf- bis Neunjährige bekommen, weil seine Betreuer vermuteten, dass dessen Inhalt besser seinem geistigen Alter entsprechen würde. Schon das war schwer für den Kleinen. Tomeks eigentliche Enttäuschung rührte jedoch daher, dass er sehr gerne malt und weder einen Malblock noch Buntstifte unter seinen Geschenken gefunden hatte. Zum Glück hatten wir genau diese Dinge zusätzlich bei uns und konnten sie ihm geben. Auf einmal war er überglücklich. Er setzte sich hin und malte innerhalb von wenigen Minuten einen niedlichen kleinen Hund als Dankeschön für uns.

 

Manuela Kühn, Sammelstelle Spremberg

 

Viele Geschwister und kein Geld


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Während unserer zahlreichen Besuche in den Familien, hörten wir viele erschütternde Geschichten über das Leid der Menschen. Der dreijährige Schimeck lebt mit seinen Eltern und drei weiteren Geschwistern in einem winzigen Haus. Die Familie hat kein Einkommen. Schimecks Vater hat an einer seiner Hände nur noch vier Finger. Beim Zersägen von Feuerholz war er mit seiner Säge weggerutscht und hatte sich dabei einen Finger abgetrennt. Nun muss die Familie von der wenigen Landwirtschaft leben, die sie in ihrem Garten betreiben kann. Nebenbei halten sie ein paar Hühner und Kaninchen, um zu überleben. Von Spielzeug hatten die Kinder der Familie bisher niemals zu träumen gewagt. Entsprechend groß war die Freude Schimecks und seiner Geschwister über die Geschenke in den Schuhkartons!

 

Brigitte Güth, Regionalleiterin Ost

Tief bewegt von der Freude der Kinder


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Ich war beeindruckt von der Liebe, mit der die örtliche Gemeinde sich um die Kinder kümmerte und die Kreativität mit der sie die Verteilung der Schuhkartons gestaltete. Wir hatten die Möglichkeit, Familien zu Hause zu besuchen. Dabei sahen wir, in welchen ärmlichen Verhältnissen die Menschen leben. Es bestätigte mich darin, auch in Zukunft zu helfen. Das Erstaunliche war, dass wir trotz der großen Armut immer sehr gastfreundlich behandelt wurden. Ganz gleich wie mittellos die Familien waren, unsere Mägen wurden immer großzügig gefüllt. Tief bewegt war ich von der Freude, mit der die Kinder die Schuhkartons empfingen. Manche von ihnen hielten ihre Päckchen in den Händen, als wäre es der größte Schatz, den sie jemals erhalten hatten. Ich werde auch weiterhin Päckchen packen und die Arbeit von »Weihnachten im Schuhkarton« unterstützen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich an der Verteilaktion teilnehmen durfte. Mit den Päckchen geben wir eine Freude und Liebe weiter, die sich nicht aufwiegen lässt. Ich habe erlebt, wie diese Liebe ankommt und wie sie das Leben der Kinder positiv beeinflusst.

Gabriele Meiler, Sammelstellenhelferin Erkheim

Slowakei
Die Freude am Teilen


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Bei der Schuhkartonverteilung in einem städtischen Kindergarten fiel uns besonders ein fünfjähriger Junge ins Auge. Nachdem die Kleinen eine christliche Weihnachtskinderstunde erlebt hatten, überreichten wir ihnen die Geschenk-Kartons. Der Fünfjährige rutschte mit seiner bunten Schatzkiste auf dem Schoß unruhig hin und her. Er konnte es kaum erwarten, dass ihm jemand dabei half, seine Überraschung zu öffnen. Als es schließlich so weit war und er einen Blick unter den Deckel geworfen hatte, lächelte er breit. Sofort erzählte er uns voller Begeisterung von seinen vielen Geschwistern zu Hause und was er wem von seinen neuen Habseligkeiten schenken würde. Diesen Moment werde ich bestimmt nicht vergessen.

 

Annette Boecker, Sammelstelle Bünde



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