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Moldawien:

Mit leuchtenden Augen

 

Während unserer Verteilerreise nach Moldawien war zunächst einmal der Schnee besonders eindrücklich, der oftmals ein wirkliches Hindernis darstellte. Beispielsweise, als wir bedürftige Familien in einem Dorf außerhalb von Balti besuchten. Weil die Nebenstraßen nicht geräumt waren, kämpften wir uns zu Fuß durch den tiefen Schnee. Währenddessen musste ich immer wieder daran denken, was wir an diesem Tag erfahren hatten: nämlich, dass in Moldawien die Hälfte der Bevölkerung in einem anderen Land arbeitet. Viele Kinder haben zuhause nur noch ein Elternteil oder leben bei ihren Großeltern. Wenn man weiß, wie wenig Geld illegale Arbeiter bekommen und wie viele Menschen arbeitslos sind, wird klar, wie schlimm die Situation ist – und das Leid sahen wir dann auch in jenem Dorf. Die Menschen dort lebten sehr bescheiden. Gleich im ersten Haus fiel mir die Trostlosigkeit auf: Traurig aussehende Eltern – sie sind Alkoholiker – öffneten uns die Tür. Ihnen folgte ihr elfjähriger Sohn. Er konnte es kaum fassen, dass wir ausgerechnet für ihn einen Schuhkarton dabei hatten. Der Pastor der Baptistengemeinde, mit der wir zusammen die Geschenke verteilten, lud die Eltern ein, ihren Sohn zum Bibelclub zu schicken. Hier spielen die Kinder, lernen Geschichten aus der Bibel und erhalten auch eine warme Mahlzeit. Am Ende unserer Verteilerbesuche traf ich tatsächlich den Jungen wieder – im besagten Bibelclub. Seine Augen leuchteten noch immer. Da verstand ich, dass ein Schuhkarton auch Türen öffnen kann.

 

Mikael Halleen, Mitarbeiter der Billy Graham Evangelistic Association

 

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(DZI, 03. November 2009)