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Slowakei:

 

Kurz vor Weihnachten überreichte Martina Palloks, die Regionalleiterin Nord von „Weihnachten im Schuhkarton“, bedürftigen Kindern in der Slowakei mit Liebe gepackte Schuhkartons. Sie wurde dabei auf eigene Kosten von Schülern und dem Sekretär des CVJM-Kreisverbands Bünde e.V., Karsten Sewing, begleitet.


Das richtige Bauchgefühl

 

Am meisten bewegte mich bei unserer Reise in der Slowakei die Verteilung in einer Roma-Siedlung. Ich besuchte eine besonders arme Familie mit vier Kindern. Mir fiel sofort die zehnjährige Demisa ins Auge. Mein Bauchgefühl sagte mir, genau ihr den Schuhkarton zu geben, den meine Klasse befüllt hatte. Nachdem ich dem Mädchen das Geschenk überreicht hatte, fing sie lächelnd an, es auszupacken. Sie freute sich sehr über das Foto meiner Klasse und über eine Tasche. Sofort packte sie all ihre kleinen und für sie so wertvollen Geschenke hinein. Aber nicht nur Demisa war über- glücklich. Auch ihr Vater, der die ganze Zeit bei ihr stand, war berührt und hatte Tränen in den Augen. Eine ganze Weile habe ich mich noch mit Händen und Füßen mit ihr unterhalten – sie konnte sogar ein bisschen Englisch sprechen. Zum Schluss schenkte mir Demisa noch ein Blatt. Darauf hatte sie mit ihren neuen Stiften ihren Namen geschrieben. Meine Freude darüber war ebenso unbeschreiblich wie die von Demisa und ich wusste: Mein Bauchgefühl hatte mich nicht getäuscht.

 

Kira Eisenberg, Schülerin

 

Licht in dieser Welt

 

Während die Jugendlichen unserer Gruppe in das Verteilen der Schuhkartons und die Freude der Kinder eingetaucht waren, war mein Fokus ein anderer. Ich wollte stärker die Eltern beobachten. Denn ich fragte mich, was in ihnen vorgeht, wenn fremde Menschen ihren Kindern etwas schenken – ja vielleicht sogar etwas, wozu sie niemals in der Lage wären, weil das Geld nicht reicht und weil selbst Lebensmittel vielleicht nur notdürftig oder gar nicht bezahlt werden können? Eine Mutter von sechs Kindern habe ich dabei noch ganz besonders vor Augen. Es war in dem kleinen Sinti- und Roma-Dorf Nähe Roznava in der Ostslowakei. Die Frau stand am Ofen – nahe der Eingangstür. Fünf Kinder saßen wartend auf dem Sofa, das sechste lag schlafend im Bett. Wahrscheinlich war es krank. Die Freude der Kleinen über ihre Schuhkartons war dann unbeschreiblich groß: Sie zeigten sich gegenseitig ihre Geschenke, lachten und strahlten mit ihren dunklen leuchtenden Augen über ihre Überraschungen. Und wie ging es der Mutter dabei? Sie hatte Tränen in den Augen und auch mir ging die Situation sehr nah. Leider machte es mir die Sprachbarriere unmöglich, mit ihr in Kontakt zu kommen. Schließlich trafen sich unsere Blicke – und sie schaute scheu weg. Ich verstand das. Ich würde mich auch berührt fühlen. Als wir ihr schließlich noch drei Garnituren Bettwäsche schenkten, da ihre Familie teilweise auf dem kalten, nackten Boden schlafen musste, war sie noch mehr bewegt.

 

Wieder zuhause gingen mir diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Sie riefen in mir eine wichtige Erkenntnis hervor: Ich habe in diesen Tagen viel Not erlebt und gesehen. Wie gerne möchte ich allen helfen, und weiß doch, ich kann es nicht. Nur gar nichts zu tun, ist keine Alternative! Denn die Bibel fordert uns auf, für eine gerechte Welt zu sorgen. Und deshalb ist es schön, für manche Menschen in dieser Welt ein Licht zu sein.

 

Karsten Sewing, Sekretär des CVJM Kreisverbands Bünde e.V.

 

 

 

Mit "Weihnachten im Schuhkarton" in der Slowakei unterwegs: die Jugendgruppe rund um Karten Sewing. Martina Palloks ist leider nicht im Bild.

 

 

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