
»Wir besuchen ein Flüchtlingslager am Rand von Eriwan. In den Hochhäusern, die zu Zeiten des Kommunismus als Studentenunterkünfte dienten, leben vorwiegend Flüchtlings aus dem Iran. Miete wird für die Quartiere inzwischen nicht mehr verlangt, Strom gibt es manchmal, die sanitären Anlagen sind völlig unzureichend. Aufgeweichtes Parkett, der sich vom Estrich löst, wenn er nicht ganz fehlt, keine Beleuchtung in den endlosen Korridoren, zerbrochene und fehlende Fensterscheiben im Treppenhaus, Müllhalden in leer stehenden Räumen und um die Häuser herum.
In manchen Räumen leben bis zu neun Menschen auf 18 Quadratmetern. Unser Team bestehend aus Armeniern, Deutschen und Österreichern, trifft auf eine Frau, die hier mit ihrem Mann und den sieben Kindern haust. Wir glauben es kaum, als sie uns erzählt, dass es ihr im Flüchtlingslager besser ginge als in ihrer Heimat. die Kleider stapeln sich in einem wilden Durcheinander in Plastiktüten. Schränke gibt es nicht. Drei Betten - zwei nebeneinander, das dritte an der gegenüberliegenden Wand - bilden die Wohnfläche. Davor: ein Stück freier Estrich - die ›Waschfläche‹ für die Kinder.
Den stechenden Geruch, der uns anfangs den Atem verschlägt, nehmen wir nicht mehr wahr. Eine Heizspirale in einem Bimsstein auf dem Boden dient als Kochstelle. Bei der Überreichung der Schuhkartons hüpfen die Kinder aufgeregt umher. Ein Schuhkarton nach dem anderen wird geöffnet. ›Meinen‹ und ›deinen‹ gibt es nicht. Alles wird geteilt.
Besonders angetan hat es mir meine kleine Namensvetterin. Mit großer Freude stülpt sie sich eine Fleecemütze und die dazu passenden Handschuhe über. Auch ihre große Schwester hat sich Strickmütze und Wollschal bereits umgelegt. Unter viel Gekicher werden die einzelnen Details der Geschenke gemeinsam erforscht.
Wir lassen auch eine Lebensmitteltüte für die Familie dort. Für einen Moment ist alles vergessen. Der Moment wird vergehen - die Freude darüber wird unvergesslich bleiben.«
Diana Molnar, »Geschenke der Hoffnung e.V.«
»Der dreieinhalbjährige Etem lebt mit seinen Eltern in einem kleinen Zimmer in Varbovka. Etem ist spastisch gelähmt und auf Hilfe angewiesen. Eine Förderung bleibt dem Kleinen, der nicht einmal seine Hände bewegen kann, versagt. Der Vater des Jungen arbeitet als Hilfsarbeiter in einer Mühle, schleppt Tag für Tag schwere Getreidesäcke und leidet unter starken Rückenschmerzen. Die Familie besitzt vier Kühe, die in einem baufälligen Stall stehen. Ohne die Tiere wäre es für die Familie schwer, den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Etem hat sich sehr über den Schuhkarton und dessen Inhalt gefreut. Mit strahlenden Augen lutschte der Junge genüsslich jedes einzelne Stück Schokolade, das ihm gegeben wurde. Zusätzlich erhielt die Familie vom regionalen Verteilerteam ein Lebensmittelpaket. Was für eine Freude!«
Elke Heimann, »Geschenke der Hoffnung e.V.«
»In das Kino in Sisak waren 700 Kinder aus sozial schwachen Familien gekommen, die mit Bussen aus der Umgebung abgeholt worden waren, davon stammten 400 Kinder aus einer Roma-Siedlung. Die meisten dieser Kinder sind noch nie aus ihrem engeren familiären Umfeld herausgekommen; sie gehen nicht zur Schule und haben keine sozialen Kontakte nach außen. Nach der Weihnachtsfeier wurde jedes Kind namentlich aufgerufen; was für eine besondere Erfahrung für die Kinder.
Die Begeisterung war riesengroß. Viele hatten noch nie in ihrem Leben ein Geschenk bekommen. Dass sich ein Kind so sehr über einen kleinen Ball freuen kann, war eine neue Erfahrung für mich.«
Evelyn Reinhard, »Geschenke der Hoffnung e.V.«
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»Meine Begleiter und ich waren entsetzt über die Zustände in den staatlichen moldawischen Waisenhäusern. Die Toiletten befinden sich auf dem Hof, die meisten Betten sind durchgelegen und häufig sind auch die Matratzen durchnässt. Aber das Schlimmste: Die tägliche Mahlzeit bestand aus einer wässrigen Suppe! Wahrscheinlich gehen die Kinder am Abend mit knurrendem Magen ins Bett.
Wir haben sofort beschlossen, Hilfsaktionen für Waisenkinder in Moldawien zu starten, um diese vergessenen Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen. Wir haben Kartoffeln und Kohle gekauft und möchten langfristig landwirtschaftliche Kleinstprojekte zur Eigenversorgung aufbauen und unterstützen. Darüber hinaus ist die Anschaffung von Schulmaterial geplant. Auch die Betreuung und Weiterbildung von Erziehern werden wir unterstützen. Schließlich wollen wir den Bau von Kinderbetten und die Herstellung dazugehöriger Matratzen finanzieren.
›Weihnachten im Schuhkarton‹ hat uns die Türen moldawischer Waisenhäuser geöffnet. Nun können wir hier auch nachhaltig helfen.«
Christoph v. Mohl, »Geschenke der Hoffnung e.V.«
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»Besonders berührt hat mich die Geschichte der fünfjährigen Paulinka aus Ostrowin (Masuren). Zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern lebt das Mädchen in einem abgelegenen Haus ohne fließendes Wasser.
Die Kleine hat in ihrem jungen Leben schon viel durchlitten. Die krebskranke Mutter war während der Schwangerschaft an einem Gehirntumor operiert und anschließend mit Chemotherapie behandelt worden. Bei der Geburt des Mädchens stellten die Ärzte einen Schatten in Paulinkas Herzgegend fest. Man behandelte Paulinka, ohne Ergebnis. Das Mädchen war nicht krebskrank - wie vermutet - sondern leidet an einem Herzfehler. In Warschau wurde dem Mädchen schließlich ein Herzschrittmacher eingesetzt.
Paulinka wirkt ganz gesund, vielleicht ein wenig zerbrechlich, als sie den Schuhkarton entgegen nimmt. Eine große Freude strahlt die kleine Schuhkartonempfängerin aus. Alle Sorgen sind für einen Moment vergessen. Der in Deutschland liebevoll gepackte Schuhkarton hat im letzten Haus des kleinen Ortes ein Licht der Freude angezündet.«
Martina Palloks, »Geschenke der Hoffnung e.V.«
»Das Flüchtlingslager in Belgrad befand sich in einer alten Schule. Besonders berührt hat mich der Besuch einer sechsköpfigen Familie. Die Eltern lebten mit ihren vier Kindern, dem achtjährigen Egran, dem fünfjährigen Bajram, dem zweijährigen Ramiz und der acht Monate alten Ava auf gerade einmal neun Quadratmetern. Strom und Wasser wird den Flüchtlingen unentgeltlich von der Regierung gestellt. Um den Lebensunterhalt zu bestreiten, verkaufen die Menschen Dinge wie Eisen und Pappe, die sie mühevoll sammeln.
An Geschenke für die Kinder, die so beengt leben und mit dem Kriegstrauma der Eltern konfrontiert sind, ist gar nicht zu denken. Wie groß war da die Freude über die Schokolade, einen unvorstellbaren Luxus, und die vielen anderen Geschenke.«
Manuela Kadereit
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»In Snina führt uns die katholische Ordensschwester Stellamaria in eine Roma-Siedlung am Rande der 15.000 Einwohner-Stadt. Vorsichtig stolpern wir durch unbeleuchtete Treppenhäuser. Ich fasse kaum, was ich sehe: Die meisten Famlien haben nur einen Raum als Wohnung zur Verfügung, einen Wasseranschluss sucht man vergebens.
Das Baby auf dem Arm der Mutter hustet ununterbrochen. Die siebenjährige Natalia kommt uns in einem leichten ärmellosen Sommerkleid und barfuß entgegen gesprungen - mitten im Winter. Ihr Bruder Patrick mustert uns schüchtern mit seinen dunklen Augen, als wir auch ihm ein Schuhkarton-Paket schenken. Doch dann kommt der Junge aus dem Staunen nicht mehr raus: Socken, Schal, ein grünes Kuscheltier, Stifte, ein Kamm und viele Lutscher, von denen sich Patrick gleich einen in den Mund steckt und uns anstrahlt.«
Silke Hampp, »Geschenke der Hoffnung e.V.«
»Am 6. Januar, dem orthodoxen Weihnachtsfest, verteilen wir Schuhkartons in der 350.000 Einwohner-Stadt Vinnytsya, etwa 300 Kilometer südwestlich von Kiew. In der Nähe liegt Kolukhiv, wo sich im Kulturzentrum hunderte Kinder versammelt haben und schon gespannt auf uns warten. Sie sind zusammen mit ihren Familien gekommen, die meist aus Müttern und Großmüttern bestehen. Viele wurden von ihren Männern verlassen und müssen sich mit ihren Kindern allein durchs Leben kämpfen. Die älteren Frauen in ihren ukrainischen Trachten stehen an der Seite und schauen gespannt zu.
Vor der Verteilung der Päckchen findet eine kleine Weihnachtsfeier statt. Eine Gruppe junger Frauen singt Lieder und führt ein kurzes Krippenspiel auf. Die Kinder und sogar die Jugendlichen rutschen erwartungsvoll auf ihren Stühlen. Beim Auspacken der Schuhkarton-Pakete steht ihnen die Freude ins Gesicht geschrieben. Für viele ist der Schuhkarton das erste Weihnachtsgeschenk ihres Lebens.
Auf dieser Reise ist mir klar geworden, wie wenig es braucht, um einen kleinen, bedürftigen Menschen glücklich zu machen. Die bewegenden Erlebnisse lassen mich dankbar an die zahlreichen Menschen denken, die überall in der Schweiz tausende kleine Überraschungen in Schuhkartons gepackt haben, um Kinder in der Ukraine glücklich zu machen.«
Gilles Massamba, »Weihnachten im Schuhkarton« Schweiz







