Good Shepherd School


Freiheit beginnt mit einer Schule

Mehr als eine Schule

Die Schule unseres Projekts »Indien: Freiheit« befindet sich im südindischen Bundesstaat Telangana in einer sehr ländlich geprägten Region. Im Jahr 2016 wurden dort 381 Schüler von 23 Lehrern und weiteren Mitarbeitern unterrichtet und betreut. Eine neunte Klassenstufe wurde hinzugefügt. Mithilfe des ergänzenden Ernährungsprogramms wird der Mangelernährung vieler Kinder vorgebeugt. Dank der Aufnahme lebenswichtiger Vitamine und Mineralstoffe konnte die Gesundheit der Schüler deutlich verbessert werden. Swapna, die als Krankenschwester an der Schule arbeitet, kümmert sich um die medizinische Versorgung der Schüler und leistet wichtige Aufklärungsarbeit über Gesundheitsvorsorge, Hygiene und gesunde Ernährung. Für die Frauen in den Dörfern veranstaltet sie wöchentliche Treffen, in denen sie über Gesundheits- und Ernährungsthemen aufklärt. Viele Angehörige der lokalen Stammesbevölkerung (Lambadi) sind Analphabeten und müssen schwere körperliche Arbeit verrichten. Über Gesundheitsvorsorge ist meist wenig bekannt, der Zugang zu medizinischer Behandlung begrenzt. Da Swapna ebenfalls zu den Lambadi gehört, ist sie mit den Lebensumständen vertraut und genießt den Respekt der Dorfbewohner. Allein aufgrund ihrer Beratung und Aufklärungsarbeit hat sich die Gesundheit in den Familien in den letzten Jahren bereits deutlich verbessert.

Die Schule des Projekts trägt außerdem dazu bei, Kinder vor Zwangsarbeit zu bewahren. Besonders Mädchen stehen in der Gefahr, verkauft oder sexuell ausgebeutet zu werden. Die Good Shepherd School ist jedoch ein Ort, wo sie Geborgenheit und Schutz erleben. Unser Partner schätzt, dass 40 Prozent der Schüler in Kinderarbeit oder ausbeuterische Tätigkeiten geraten würden, wenn es diese Schulen nicht gäbe. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Menschenhandel. Mehr dazu erfahren Sie auf unserem Blog.

Seit Sommer 2016 wird die Schule unseres Projekts ausgebaut, um dem Anstieg der Schülerzahlen Rechnung zu tragen und die Qualität der Bildung zu verbessern. Neben neuen Klassenzimmern wird es ein kleines Labor, eine Bibliothek und einen Computerraum geben. Die Bauarbeiten sollen bis Juli 2017 abgeschlossen sein und Platz für bis zu 500 Schüler bieten. Im Sommer 2017 wird außerdem die zehnte und damit letzte Klassenstufe eröffnet, sodass im Frühjahr 2018 die ersten Absolventen die Schule mit einem englischsprachigen Abschluss beenden werden.

Die aktuelle Lage vor Ort

Das politische und gesellschaftliche Klima ist eine der größten Herausforderungen für unsere Arbeit in Indien. Seit einigen Jahren nimmt der Einfluss von hindunationalistischen Kräften zu. Sie sehen Indien als Land der Hindus, in dem andere Religionen oder Kulturen keinen Platz haben. So hat die Verfolgung und Bedrängung von Christen ebenfalls zugenommen.

Unser Partner hat trotz dieser Lage gute Beziehungen zu Regierungsvertretern und lokalen Behörden aufgebaut und erhält insbesondere auf lokaler Ebene viel Zuspruch für seine Arbeit. Die Lizenzen, die für den Erhalt von Geldern aus dem Ausland erforderlich sind, wurden erst vor Kurzem für weitere fünf Jahre verlängert. Damit ist die Grundlage für unsere Zusammenarbeit in den kommenden Jahren gewährleistet. Zudem stehen wir mit unserem Partner in regelmäßigem Austausch, um uns über aktuelle Entwicklungen zu informieren.